Wegen der Coronapandemie hatte die Bundesregierung die Kinderkrankentage für Eltern, die ihre Kinder unter zwölf Jahren zu Hause betreuen und deswegen nicht arbeiten können, verdoppelt: von zehn auf 20 Tage pro Elternteil bei Paaren, 40 Tage für Alleinerziehende. Diese Krankentage können sie in diesem Jahr auch für die coronabedingte Betreuung der Kinder einsetzen – zum Beispiel, weil das Kind nicht in die Schule geht. Das Kinderkrankengeld wird von der Krankenkasse gezahlt, es beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes. Diese Neuregelung der Bundesregierung galt bislang allerdings nur für Eltern, die gesetzlich versichert sind.
Selbständige, freiwillig gesetzlich Versicherte, Privatversicherte und Freiberufler fallen dabei heraus. Diese Lücke will das Land NRW nun mit einem eigenen Hilfsprogramm schließen. Konkret sollen diese Eltern in NRW pro Kind mit zehn Tagen entschädigt werden. Bei Alleinerziehenden werden 20 Tage angesetzt. Der Tagessatz für die Entschädigung beträgt pauschal 92 Euro. Entschädigt würden auch gesetzlich versicherte Eltern, deren Kinder privat krankenversichert seien. Die zusätzlichen Kinderkrankentage gälten auch dann, wenn die Einrichtung nicht geschlossen ist. Anträge können ab Februar 2021 bei den Bezirksregierungen gestellt werden.