Hier schicke ich Euch noch einmal den aktualisierten Beitrag mit Empfehlungen der FN vom 29.4.2020. Es wird jetzt auch exakt auf die einzelnen Disziplinen wie Voltigieren, Fahrunterricht und natürlich Reitunterricht eingegangen.
Mit diesem Papier gibt die FN Vereinen und Betrieben aber Tipps und Hilfestellung, wie sie sich bestmöglich auf den Tag X vorbereiten können.
Die nachfolgenden Punkte sind Hinweise, wie der Reitunterricht(in kleinen Gruppen), das Fahren und Voltigieren auch in Corona-Zeiten stattfinden kann,ohnedassdas Virus weiter verbreitet wird. Damit treten die FN und ihre Landesverbände an die politischen Entscheidungsträger auf Bundes-und Landesebene heran, um auch dort entsprechende Unterstützung zu erhalten.
Allgemeines:
Die geltenden behördlichenHygiene-und Infektionsschutzvorgabensindeinzuhalten.
Diese Vorgabenmüssen kommuniziert und ein verantwortlicher Ansprechpartnerfür den Infektionsschutzbestimmt werden. Diese Person soll Ansprechpartner für Behör-den und Pferdesportschüler sein. Die Trainer/Ausbilder unterstützen die Einhaltung der Regeln aktiv.
Sanitäranlagen: ausreichend Möglichkeiten Hände mit Seife zu waschen, Papier-handtücher und, sofern beziehbar, Handdesinfektionsmittel stehen zur Verfügung.
Personen mit Krankheitssymptomenvon Corona oder anderen ansteckenden Erkran-kungendürfen die Pferdesportanlagen nicht betreten.
Die Anwesenheitszeiten der Pferdesportler sowie der Mitarbeiter/Helfer sind auf ein Mindestmaß zu reduzierenund zu dokumentieren.
Eine sinnvolle Wegeführung auf der Pferdesportanlage zur Einhaltung des Mindest-abstands in allen Situationen ist zu gewährleisten.
Die behördlichen Hygiene-und Infektionsschutzvorgaben (z.B. Abstandsregelungen)gelten auch im Stallbereich.
Die Vereinbarung von tierärztlichen Terminen,Schmiedebesuchen und weiteren pfer-debezogenen Dienstleistungen (z.B. Sattler, Physiotherapeuten, Futtermittellieferan-ten) unterliegen der Koordination des Betriebsleiters/verantwortlichen Vereinsvertre-ters.
Die Aufenthalts-/Sozialräume sindgeschlossenzu halten oder auf eine den behördli-chen Vorgaben entsprechende Anzahl zu beschränken.
Aufgrund einer natürlichen Belüftung und Luftzirkulation sind für die Unterrichtsertei-lung und das Training nebenAußenplätzenauch Reithallen geeignet. Die Öffnung einer etwaigen Gastronomie richtet sich nach den allgemeinen behördli-chen Vorgaben.
Je nach örtlichen Gegebenheiten muss dieverantwortliche Person des Vereins/ Be-triebszum Schutze seines Personals und um die Abläufe bei der Versorgung der Pferde nicht zu stören, entscheiden, ob sie seinen Einstallern, Reitschülern etc. wäh-rend der Fütterungszeiten das Betreten des Stalltraktes untersagt.
Umgang mit der Altersfrage:
Pferdesportschüler müssen die Notwendigkeit der Hygiene-und Infektionsschutz-maßnahmen verstehenund danach handeln.Etwaige besondere Vorgaben der Lan-desregierunen und örtlicherBehörden sind zu berücksichtigen.
Umgang mit Risikogruppen: Pferdesportler, die aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen wie z.B. Vorerkrankungen oder Allergien mit asthmatischen Beeinträchtigungen zur Corona-Risikogruppe zählen, können nicht in allgemeine Reitgruppen, Voltigier-und Fahrunterricht integriert werden. Für sie müssen individuelle Lösungen/Einzelunterricht mit entsprechenden Zeitfenstern gefunden werden oder generell zu einem späteren Zeit-punkt begonnen werden.
Anmeldung zu den Unterrichtsstunden / Abrechnung:
Um den persönlichen Kontakt zu vermeiden, sind telefonische/elektronische Anmeldungen zu nutzen. Gleiches gilt für die Abrechnung: Rechnungsstellung/Lastschriftverfahren sind zu nutzen. Etwaige 10er-Karten sind von denPferde-sportlern eigenständig zu führen.
Vorbereiten und Abpflegen der Pferde:
Pferdesportler sollen disziplinübergreifend fertig ausgerüstet/umgezogenauf die Anlage kommen.
Unmittelbar nach dem Betreten der Anlage ist auf direktem Wege der Sanitärbereich aufzusuchen und sich entsprechend gründlich die Hände zu waschen und ggf. zu desinfizieren, bevor weitere Gegenstände wie z.B. Putzzeug etc. angefasst werden können.
Einweghandtücher sind zu benutzen.
Aufgrund derVerpflichtung zurbestmöglichen Minimierung der Personenkontakte auf der Pferdesportanlage, können Eltern –sofern ausreichend geeignetes Beaufsichti-gungspersonal vorhanden ist –gebeten werden, diese nicht zu betreten.
durch Gruppeneinteilung und vorgegebene Zeitfenster kommen nur dieselben Reit-schüler, Fahrer und Voltigiererzusammen. Dies wird dokumentiert.
Eine verantwortliche Person des Vereins/Betriebs sollte die Einhaltung der Hygiene-und Infektionsschutzvorgabenbei der Vorbereitungund Pflegeder Pferde am Stall beaufsichtigen bzw. Tipps und Hinweise geben. Hier istein solidarisches Miteinander besonderswichtig.
Putzplätze auf der Anlage müssen „entzerrt“ werden, sodass ausreichend Platz zwischen den Pferdesportschülern ist. Eventuellmüssendraußen Anbindeplätze einge-richtet oder aufgebaut werden.
m Eingangsbereich zu den Stallungen sollten zusätzliche Spender mit Handdesinfektionsmittelnangebracht werden, sofern verfügbar.
Sofern Pferdesportschüler beim Vorbereiten und Abpflegen des Pferdes Hilfe benötigen, obliegt es dem Trainer/Ausbilder, diese gemäß behördlicher Kontaktvorgaben mit möglichst geringer Helferzahl sicherzustellen. Im besten Fall übernimmt der Trainer /Ausbilder oder die verantwortliche Person des Vereins/Betriebs dieVorbereitung des Pferdes.
Betreten der Sattelkammern nur nacheinander und mit entsprechendem Abstand.
Das Tragen eines Mundschutzes beim Aufenthalt im Stall, in den Sattelkammern, auf den Stallgassen und an den Sanitärräumen richtet sich nach behördlichen Vorga-ben/Empfehlungen.
Für jedes Schulpferd ist eigenes Putzzeug zu benutzen und nach der Benutzung zu reinigen und ggf. die Griffflächen zu desinfizieren.
Nach dem Abpflegender Pferde ist wiederum der Sanitärbereich aufzusuchen und sich abermals gründlich die Hände zu waschen sowie ggf. zu desinfizieren, bevor der Heimweg angetreten wird.
Reitunterricht:
Im Gegensatz zur Phase der Notbewegung ist aktive Unterrichtserteilung möglich.
Der Reitlehrer/Ausbilder kann pro 200m² Reitfläche einen Reitschüler unterrichten (vier Pferde bei 20x40m Platz, sechs Pferde bei 20x60m Platz ggf. auf größeren Au-ßenplätzen mehr Pferde). Vorgegebene Abstände zwischen den Reitschülern (Pferden) und dem Reitlehrer/Trainer sind einzuhalten.
Eine Reitgruppe muss erst die Reitbahnverlassen haben, bevor die nächste diese betritt.Ein etwaiger Pferdewechsel ist vom Ausbilder/Trainer unter Wahrung der Abstandsregeln sicherzustellen.
Es werden Anwesenheitszeiten vorgegeben, um die Anzahl der Menschen, die sich zeitgleich im Stall/auf der Pferdesportanlage befinden, zu minimieren.
Der Betriebsleiter/verantwortliche Vereinsvertreter muss diese dokumentieren.
Die einzelnen Pferde müssen nachweislich den Reitern zugeordnet werden. Dies ist ebenfalls zu dokumentieren.
Die Anzahl der Helfer z.B. beim Springen ist je nach Größe des Platzes auf eine, ggf. zwei Personenzu begrenzen.
Fahrunterricht:
m Gegensatz zur Phase der Notbewegung ist aktive Unterrichtserteilung möglich.
Beim Anspannen und beim Abspannen der Pferde darf eine weitere Person aktiv helfen, dabei sind die Abstandsregelneinzuhalten. Eine Person sichert die Pferde und die zweite Person spannt die Pferde an.
Geschirre werden nur von einer Person aus der Geschirrkammer geholt und zuden Pferden gebracht, die weit auseinander angebunden sind.
Gearbeitet wird nur mit Handschuhen.
Vorne auf dem Wagen bzw. Kutsche dürfen sich nur der Fahrschüler und Fahrleh-rer/Ausbilderaufhalten.
Es dürfen nicht mehr als drei Personen auf der Kutschen bzw. dem Wagen sein.
Es werden Anwesenheitszeiten vorgegeben, um die Anzahl der Menschen, die sich zeitgleich im Stall/auf der Pferdesportanlage befinden, zu minimieren.
Der Betriebsleiter/verantwortliche Vereinsvertreter muss diese dokumentieren.
Das Tragen eines Mundschutzes durch den Fahrlehrer/Beifahrer und den Fahrschüler während des Fahrunterrichts auf dem Kutschbock ist aufgrund der Nähe zwischen beiden zunächst Pflicht und richtet sich nach behördlichen Vorgaben/Empfehlungen
Voltigierunterricht:
ImGegensatz zur Phase der Notbewegung ist aktive Unterrichtserteilung mit Voltigie-ren möglich.Gruppenunterricht oder Übungen mit zwei oder mehr Voltigierern auf dem Pferd sind nicht zulässig, solange die Abstandsregelung von 1,5m gilt. Es darf immer nur ein Voltigierer auf dem Pferd sein.
Das Fertigmachen des Pferdes zum Voltigieren (Putzen und Aufgurten) darf nur von einer Person durchgeführt werden.
Das Aufwärmen für das Training muss mit genügend Abstand zwischen den Voltigie-rern erfolgen.
Hilfspersonen, die dem Voltigierer auf das Pferd helfen würden, sind auf Grund des nicht einzuhaltenden Sicherheitsabstandes nicht gestattet. Folglich können nur sol-che Voltigierer trainieren, die in der Lage sind alleine auf das Pferd zu kommen. Steht eine Aufstiegshilfe (z.B. Bank) zur Verfügung, ist über diese auch ein selbst-ständiger Aufgang möglich.
Der Trainer/Longenführer kann pro Trainingseinheit max. vier Voltigierer, die mit dem vorgegebenen Sicherheitsabstand um den Longierzirkel verteilt warten, einzeln nacheinander auf dem Pferd unterrichten. Vorgegebene Abstände zwischen den Vol-tigierern und dem Longenführer/Trainer sind dabei ebenfalls einzuhalten.
Die vier Voltigierer, die sich auf dem Longierzirkel befinden, müssen erst den Zirkel verlassen haben, bevor die nächsten diesenbetreten.
Ein sonst übliches Umarmen oder Abklatschen untereinander ist zu unterlassen.
Beim Stationstraining (z.B. auf dem Holzpferd) sind ebenfalls max. vier Voltigierer zugelassen (nötiger Mindestabstand ist einzuhalten).
Es werden Anwesenheitszeiten vorgegeben, um die Anzahl der Menschen, die sich zeitgleich im Stall/auf der Pferdesportanlage befinden, zu minimieren.
Der Betriebsleiter/verantwortliche Vereinsvertreter muss diese dokumentieren.
Die einzelnen Pferde müssen nachweislich den Voltigierern zugeordnet werden. Dies ist ebenfalls zu dokumentieren