Hexenverbrennung entbindet nicht von Kirchensteuereinbehalt (1989)
Vor gut 25 Jahren stellte ein Arbeitgeber beim Finanzamt München den Antrag, vom „aufgezwungenen Inkassodienst für kriminell tätig gewesene Religionsgesellschaften, hier speziell römisch-katholische und evangelische Religionsgesellschaft“ freigestellt zu werden. Er wollte für seine Mitarbeiter keine Kirchensteuer einbehalten und abführen, u.a. weil im Jahr 1664 eine direkte Vorfahrin als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Diese grausame Erinnerung mache ihm die Ausübung des Inkassodienstes unmöglich. Beim Finanzgericht berief man sich indes auf die ständige Rechtsprechung zum Kirchensteuereinbehalt durch den Arbeitgeber und bestätigte die Rechtmäßigkeit des Verfahrens.