Es gibt gesetzliche Regelungen, die besagen, wer sich privat krankenversichern darf und wer nicht. Allerdings gelten je nach Art der Berufstätigkeit unterschiedliche Auflagen:
Beamte: Als Beamter hat man grundsätzlich die Wahl, ob man sich privat oder gesetzlich versichern will. Der Dienstherr leistet eine Beihilfe zu den Krankheitskosten von mindestens 50 Prozent, allerdings nur für die private Krankenversicherung (PKV). Beamte und andere Beihilfeberechtigte schließen daher in der Regel eine sogenannte Restkostenversicherung bei einem privaten Krankenversicherer ab.
Selbstständige: Hauptberuflich selbstständige können ebenfalls wählen, ob sie sich privat oder freiwillig gesetzlich versichern. Denn die Wahl der Versicherung ist bei Selbstständigen nicht an den Verdienst gebunden. Eine Ausnahme von dieser Regel gilt für Freiberufler, die einer künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit nachgehen: Sie unterliegen unter Umständen der Versicherungspflicht in der Künstlersozialkasse (KSK).
Angestellte: Als Angestellter hat man erst dann die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung, wenn das Bruttoeinkommen oberhalb der sogenannten Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Diese Grenze steigt jedes Jahr. 2021 liegt diese bei 64.350 €, das entspricht einem durchschnittlichen Monatsverdienst von rund 5.363 €. Dazu zählen auch regelmäßige Zahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, nicht jedoch Sonderzahlungen wie Gewinnausschüttungen. Die Versicherungspflicht endet mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem das Gehalt erstmals die Grenze übersteigt. Das gilt aber nur dann, wenn das Gehalt auch über dem Grenzwert für das kommende Jahr liegt.
Studenten: Zu Beginn eines Studiums können sich Studenten für eine private Krankenversicherung entscheiden. Man ist dann für die Dauer der Hochschulausbildung an diese Entscheidung gebunden. Wenn man nach dem Abschluss zum ersten Mal hauptberuflich angestellt wird, kann man zurück zu einer gesetzlichen Kasse wechseln. Falls man sich direkt nach dem Studium selbstständig macht, muss man hingegen privat versichert bleiben, selbst wenn man wenig verdient. Sinnvoll ist die private Krankenversicherung für Studenten vor allem dann, wenn die Eltern verbeamtet sind. In dem Fall erhält der Student nämlich bis zu 80 Prozent Beihilfe.